Liquiditätsplan Vorlage — kostenlose Excel für 12 Monate
Ein Liquiditätsplan zeigt Monat für Monat, wann Geld eingeht und wann es abfliesst. Wer ihn rollierend führt, sieht Engpässe drei Monate vorher — und kann reagieren, statt zu reagieren. Diese Vorlage liefert das Standard-Schema, das auch Banken im Kreditantrag erwarten.
Was gehört in einen Liquiditätsplan?
Die Standard-Struktur einer monatsgenauen Liquiditätsplanung sieht so aus:
| Position | Beispiel |
|---|---|
| Anfangsbestand Liquidität | Bankguthaben + Kasse zu Monatsbeginn |
| + Einzahlungen aus Umsatz | Zahlungseingänge Kunden (nicht Rechnungen) |
| + Sonstige Einzahlungen | Kreditauszahlung, Eigenkapital, Zuschuss |
| − Auszahlungen Material/Wareneinsatz | Lieferantenrechnungen, Wareneinkäufe |
| − Auszahlungen Personal | Löhne, Gehalt, SV-Beiträge |
| − Auszahlungen Fixkosten | Miete, IT, Versicherung, Marketing |
| − Steuern | USt-VA, KöSt-Vorauszahlung, Gewerbesteuer |
| − Investitionen | Maschinen, Fahrzeuge, IT-Ausstattung |
| − Kapitaldienst | Zins + Tilgung an Bank |
| = Endbestand Liquidität | Übertrag in Folgemonat |
Der Endbestand des einen Monats ist der Anfangsbestand des nächsten. Wird der Endbestand negativ, droht Zahlungsunfähigkeit.
Liquiditätsplan vs. GuV: Der Unterschied
Beide Sheets sehen ähnlich aus, messen aber unterschiedliches:
- GuV — periodengerecht: Eine Rechnung über 10.000 € ist sofort Umsatz, auch wenn der Kunde erst in 60 Tagen zahlt.
- Liquidität — zahlungsbezogen: Die 10.000 € tauchen erst auf, wenn das Geld auf dem Konto ist.
Deshalb kann ein Unternehmen in der GuV profitabel sein und gleichzeitig zahlungsunfähig werden — klassischer „profitabel pleite“-Effekt bei Wachstum.
Die typischen Vergessens-Fallen
Diese Auszahlungen werden in selbstgebauten Plänen oft vergessen:
- Umsatzsteuer-Voranmeldung — monatlich oder quartalsweise zum 10. Folgemonat
- Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen — quartalsweise
- Sozialversicherungsbeiträge — spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats
- Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Boni — oft Mai und November
- Versicherungsprämien — meist Jahreszahlung, nicht monatlich
- Working Capital — bei Wachstum steigen Forderungen und Vorräte schneller als der Cash-Eingang
Liquiditätsplan automatisch erstellen
Planvik generiert die monatsgenaue Liquiditätsplanung mit allen Pflicht-Positionen — inklusive Steuern, Working Capital und Kapitaldienst — aus Ihren Eingaben.
Jetzt Liquiditätsplan erstellenWie weit in die Zukunft planen?
Drei übliche Horizonte:
- 13-Wochen-Plan — wochengenau, für operative Steuerung. Standard im Mittelstand.
- 12-Monats-Plan — monatsgenau, für Bank und Investorengespräche.
- 3- bis 5-Jahres-Plan — jährlich (oder weiterhin monatlich), für Investitionsentscheidungen und Kreditanträge.
Rollierend planen statt einmalig
Ein Liquiditätsplan, der einmal zu Jahresbeginn erstellt und dann liegen gelassen wird, verfehlt seinen Zweck. Best Practice:
- Jeden Monatsbeginn die Ist-Werte des Vormonats eintragen
- Den Plan für den nächsten Monat mit aktuellen Daten aktualisieren
- Einen Monat hinten dranhängen, sodass der Horizont stets 12 Monate bleibt
- Abweichung Plan vs. Ist analysieren — was kam anders, warum?
Häufige Fragen
Was gehört in einen Liquiditätsplan?
Anfangsbestand, alle Einzahlungen (Umsätze, Kreditauszahlungen, Eigenkapital), alle Auszahlungen (Material, Personal, Miete, Steuern, Tilgung, Investitionen), Endbestand pro Monat.
Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und GuV?
Die GuV zeigt Erträge und Aufwendungen periodengerecht. Der Liquiditätsplan zeigt Ein- und Auszahlungen taggenau. Eine Rechnung über 10.000 € erscheint sofort in der GuV, im Liquiditätsplan erst bei Zahlungseingang.
Wie weit in die Zukunft sollte ein Liquiditätsplan reichen?
Mindestens 12 Monate monatsgenau. Für Kreditanträge oft 13-Wochen-Planung wochengenau und 24–36 Monate monatsgenau.
Welche Auszahlungen werden oft vergessen?
Umsatzsteuer-Voranmeldung, Körperschaft-/Gewerbesteuer-Vorauszahlungen, Sozialversicherungsbeiträge, Urlaubsgeld/Boni, Investitionen, Working Capital (Vorratsaufbau, Forderungsanstieg).
Brauche ich einen Liquiditätsplan auch ohne Kreditantrag?
Ja. Eine rollierende 13-Wochen-Liquiditätsplanung ist Standard im Mittelstand — sie zeigt 3 Monate vorher, wenn Geld knapp wird, und gibt damit Zeit zum Reagieren.