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Kapitalflussrechnung erstellen — direkt vs. indirekt

Die Kapitalflussrechnung (Cashflow Statement) zeigt, wo das Geld eines Unternehmens herkommt und wohin es geht. Sie ist Pflicht für Konzernabschlüsse und IFRS-Bilanzierer — und Standardanforderung im Bankgespräch. Diese Anleitung erklärt Aufbau, beide Methoden und liefert eine Excel-Vorlage.

Die drei Cashflow-Bereiche

Nach DRS 21 (und sinngemäss IAS 7) gliedert sich die Kapitalflussrechnung in drei Teile:

Die Summe der drei Bereiche ergibt die Veränderung des Liquiditätsbestands in der Periode.

Indirekte Methode (Standard in Deutschland)

Startet beim Jahresergebnis und korrigiert um nicht-zahlungswirksame Posten:

Jahresüberschuss+100
+ Abschreibungen+50
± Veränderung Vorräte−15
± Veränderung Forderungen−20
± Veränderung Verbindlichkeiten aus L&L+10
± Veränderung Rückstellungen+5
= Operativer Cashflow+130
− Investitionen Anlagevermögen−80
+ Desinvestitionen+0
= Investiver Cashflow−80
+ Kreditaufnahme+200
− Tilgung−60
+ Eigenkapitaleinlage+0
− Dividende−0
= Finanzierungs-Cashflow+140
= Veränderung Liquidität+190

Direkte Methode

Listet die Ein- und Auszahlungen direkt:

Informativer als die indirekte Methode, aber aufwendiger zu erstellen, weil aus der Buchhaltung keine direkten Cash-Salden ablesbar sind. In der Praxis wird die indirekte Methode klar bevorzugt.

Kapitalflussrechnung automatisch erstellen

Planvik erzeugt die Kapitalflussrechnung nach indirekter Methode automatisch aus GuV, Bilanz und Investitionen — mit korrekt verlinkten Excel-Formeln, nicht hardcodiert.

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Wer ist zur Kapitalflussrechnung verpflichtet?

Free Cashflow — die wichtigste Ableitung

Aus der Kapitalflussrechnung wird der Free Cashflow abgeleitet:

Free Cashflow = operativer Cashflow + investiver Cashflow

Er zeigt, wie viel Geld nach allen Reinvestitionen frei verfügbar ist — für Tilgung, Dividenden, Aktienrückkäufe oder Wachstumsinvestitionen. Für Banken die Schlüsselgrösse zur DSCR-Berechnung.

Typische Fehler in selbst gebauten Kapitalflussrechnungen

  1. Working-Capital-Änderungen falsch herum — Forderungsanstieg ist negativer Cashflow (Geld noch nicht da), nicht positiv
  2. Abschreibungen werden auf der falschen Seite addiert — sie müssen zurückaddiert werden, weil sie nicht zahlungswirksam sind
  3. Investitionen aus der GuV statt aus Bilanz — Investitionen erscheinen nicht in der GuV, sondern als Anlagevermögens-Zugang in der Bilanz
  4. Tilgung wird in den operativen Cashflow gepackt — gehört in den Finanzierungs-Cashflow
  5. Liquiditätänderung passt nicht zur Bilanz — Endbestand Liquidität laut Cashflow muss exakt der Liquiditätsposition in der Bilanz entsprechen

Häufige Fragen

Was ist eine Kapitalflussrechnung?

Die Kapitalflussrechnung (Cashflow Statement) zeigt, wie sich der Bestand an liquiden Mitteln in einer Periode verändert hat. Sie wird in drei Bereiche gegliedert: operativ, investiv, Finanzierung.

Direkte oder indirekte Methode?

In Deutschland ist die indirekte Methode Standard: Sie startet mit dem Jahresergebnis und korrigiert um nicht-zahlungswirksame Posten (Abschreibungen, Working-Capital-Änderungen). Die direkte Methode listet Ein- und Auszahlungen einzeln — informativer, aber aufwendiger.

Wer muss eine Kapitalflussrechnung erstellen?

Pflicht für Konzernabschlüsse nach HGB (§ 297 HGB) und für Unternehmen, die nach IFRS oder US-GAAP bilanzieren. Für Banken-Kreditanträge wird sie häufig zusätzlich verlangt, auch wenn sie gesetzlich nicht erforderlich ist.

Wie wird der operative Cashflow berechnet?

Indirekte Methode: Jahresergebnis + Abschreibungen ± Working-Capital-Änderungen ± sonstige nicht-zahlungswirksame Posten. Working Capital = Forderungen + Vorräte − kurzfristige Verbindlichkeiten.

Was ist der Free Cashflow?

Free Cashflow = operativer Cashflow + investiver Cashflow (Letzterer ist meist negativ). Zeigt, wie viel Geld nach Reinvestitionen frei verfügbar ist — für Tilgung, Dividende oder Wachstum.

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