Businessplan Finanzteil — was reingehört
Der Finanzteil ist das Kapitel, das Banken und Investoren zuerst lesen. Er zeigt in Zahlen, was im Textteil versprochen wird. Diese Anleitung listet die Pflichtbestandteile, erklärt die Reihenfolge und gibt eine Excel-Vorlage, die alle vier Teile auf einmal erzeugt.
Die vier Pflichtbausteine
- Kapitalbedarfsplan — wie viel Geld brauche ich gesamt?
- Investitionsplan — wofür wird das Geld ausgegeben?
- Rentabilitätsvorschau (GuV) — verdiene ich damit Geld?
- Liquiditätsplan — reicht der Cashflow zu jedem Zeitpunkt?
Diese vier Teile bauen aufeinander auf. Ohne den Kapitalbedarf kann kein Finanzierungsmix geplant werden. Ohne GuV gibt es keinen Cashflow für die Liquidität.
1. Kapitalbedarfsplan
Der Kapitalbedarfsplan addiert alles zusammen, was vor dem ersten verdienten Euro finanziert werden muss:
- Investitionen (Maschinen, IT, Einrichtung)
- Anlauf-Working-Capital (erste Wareneinkäufe, Vorräte)
- Liquiditätsreserve (3–6 Monate Fixkosten als Puffer)
- Gründungsnebenkosten (Notar, Markenanmeldung, Beratung)
- Marketing-Anlaufbudget
Auf der Gegenseite steht die Finanzierung: Eigenkapital + Förderdarlehen + Bankkredit + ggf. Zuschuss. Beide Seiten müssen exakt gleich gross sein.
2. Investitionsplan
Detaillierte Auflistung aller Anschaffungen mit Anschaffungswert, Nutzungsdauer und Abschreibung:
- Büro- und Geschäftsausstattung (3–13 Jahre)
- EDV-Hardware (3–5 Jahre)
- Software (3–5 Jahre)
- Maschinen, Fahrzeuge (5–10 Jahre)
- Geringwertige Wirtschaftsgüter (Sofortabschreibung bis 800 €)
3. Rentabilitätsvorschau (GuV)
Die GuV zeigt über 3–5 Jahre, ob das Vorhaben profitabel wird. Standard-Zeilen:
- Umsatzerlöse (pro Produkt/Service-Linie)
- − Materialaufwand / Wareneinsatz
- = Rohertrag
- − Personalaufwand (Löhne + SV-Beiträge)
- − Sonstige betriebliche Aufwendungen (Miete, Marketing, IT, ...)
- = EBITDA
- − Abschreibungen
- = EBIT
- − Zinsen
- = EBT
- − Steuern (KöSt + Gewerbesteuer)
- = Jahresüberschuss
4. Liquiditätsplan
Monatsgenauer Plan der Ein- und Auszahlungen für das erste Jahr, danach jährlich. Detail-Anleitung: Liquiditätsplan Vorlage.
Kompletter Finanzteil in 15 Minuten
Planvik erzeugt alle vier Bausteine plus Bilanz, Tilgungsplan und Szenarien als verlinkte Excel-Datei — einreichbar bei jeder Bank, Sparkasse oder KfW.
Jetzt Finanzteil erstellenOptionale, aber empfohlene Ergänzungen
- Plan-Bilanz — zeigt Vermögens- und Kapitalstruktur. Pflicht bei Kapitalgesellschaften.
- Tilgungsplan — pro Kredit, mit Restschuld, Zins, Tilgung pro Periode
- Kennzahlen — DSCR, EBITDA-Marge, EK-Quote
- Szenarien — Best-/Base-/Worst-Case mit unterschiedlichen Umsatz- und Kostenannahmen
- Break-Even-Analyse — ab welchem Umsatz wird operativ Geld verdient
Wie viele Jahre planen?
Standard für Hausbankkredite: 3 Jahre. Für KfW-Programme oft 5 Jahre. Für VC- oder PE-Pitches manchmal 7 Jahre. Das erste Jahr monatsgenau, ab Jahr 2 jährlich (ggf. quartalsweise).
Häufige Fragen
Was gehört in den Finanzteil eines Businessplans?
Vier Pflichtteile: Kapitalbedarfsplan, Investitionsplan, Rentabilitätsvorschau (GuV) und Liquiditätsplan. Optional: Plan-Bilanz, Tilgungsplan, Szenarienanalyse, Break-Even.
Wie lang sollte der Finanzteil sein?
Der textliche Finanzteil im Businessplan-Dokument ist meist 3–6 Seiten. Die zugehörige Excel-Datei umfasst typischerweise 6–8 Sheets mit allen Detailberechnungen.
Wie viele Jahre Planung verlangen Banken?
Standard sind 3 Jahre, bei KfW-Programmen oft 5 Jahre. Das erste Jahr monatsgenau, ab Jahr 2 jährlich.
Was unterscheidet Kapitalbedarfsplan und Investitionsplan?
Der Investitionsplan listet alle Anschaffungen (Maschinen, IT, Fahrzeuge). Der Kapitalbedarfsplan addiert dazu Anlauf-Liquidität (Working Capital, erste Löhne, Marketing) und zeigt damit den gesamten Finanzierungsbedarf.
Brauche ich einen Steuerberater für den Finanzteil?
Nein. Mit einer strukturierten Vorlage wie Planvik können Sie den Finanzteil selbst erstellen. Eine Plausibilitätsprüfung durch Steuerberater oder IHK-Berater vor Einreichung wird empfohlen, ist aber nicht zwingend.